Was ich von Laszlo Bocks Buch „Work Rules!“ mitnehme

Ich habe ja schon das eine oder andere Mal getwittert, dass ich „Work Rules!“ von Laszlo Bock wirklich gut finde. Und nachdem ich es endlich fertig gelesen habe, habe ich die für mich interessantesten und wichtigsten Erkenntnisse noch einmal zusammengefasst.google

  1. Google ist der beliebteste Arbeitgeber weltweit und erhält pro Jahr 2 Millionen Bewerbungen. 7.000 davon werden ausgewählt. Wow.
  1. Google Gründer Larry Page ist überzeugt: „Wenn Du die Welt verändern willst, arbeitest Du an einer wirklich wichtigen Sache. Dann freust Du Dich, früh aufzustehen und zur Arbeit zu gehen. Ich glaube, hier bei Google bieten wir diese Möglichkeit.“
  1. Seine Mitarbeiter fair zu behandeln kann sich jede Firma leisten. In guten, wie in schlechten Zeiten. Man muss daran glauben, dass die Mitarbeiter ihr Bestes geben wollen und man sollte sie wie Teilhaber, nicht wie Maschinen behandeln. Maschinen machen nur ihren Job. Teilhaber wollen ihr Unternehmen voran bringen. Hört sich gut an – aber sind wirklich alle Menschen dafür geeignet Teilhaber zu sein? Wollen es überhaupt alle?
  1. Die größte Leistung, die eine Führungskraft erbringen kann ist, das Team so zu motivieren, dass sich alle Mitglieder als Teilhaber fühlen und nicht als Angestellte. Finde ich toll, aber auch wahnsinnig schwierig.
  1. Wenn man seinen Mitarbeitern gute Zusatzleistungen anbietet, muss man sich vorher genau überlegen, welche sinnvoll sind. (Ob damit Social Freezing gemeint ist???) Man sollte nicht geizig sein bei Dingen, die Mitarbeitern das Leben leichter machen und sie damit gesünder und produktiver. Und auf keinen Fall sollte man einmal geschaffene Leistungen wieder abschaffen. Das bringt nämlich ganz schlechte Stimmung. Die größte Leistung ist es, den Leuten eine bedeutungsvolle Aufgabe zu geben, an der sie wachsen und sich einbringen können. Volle Zustimmung; die besten Maßnahmen helfen nichts, wenn die Kultur nicht stimmt!
  1. Seinen Mitarbeitern den Sinn ihrer Arbeit zu vermitteln hilft, dem Unternehmenserfolg tausend Mal mehr als alle wirtschaftlichen Ziele.
  1. Jeder Mensch möchte den Sinn seiner Arbeit erkennen. Wir alle wollen, dass unsere Arbeit relevant ist. Nichts motiviert einen mehr als zu wissen, dass man etwas wirklich Bedeutungsvolles tut.
  1. Achtung: Das hier ist ein echter Schocker – aber ein guter! Alle Informationen im Unternehmen sollten allen Mitarbeitern zugänglich sein. Und Entscheidungen, die alle betreffen, sollten auch transparent getroffen werden. Schon mal darüber nachgedacht, Meetings (bis hinauf in die höchsten Führungsgremien) aufzuzeichnen und ins Intranet zu stellen? Wer traut sich?
  1. Laszlo Bock sagt: „Schenke Deinen Leuten etwas mehr Vertrauen, Freiheit und Befugnisse, als es dir eigentlich Recht ist. Wenn Du dabei nicht nervös wirst, hast Du ihnen noch nicht genug gegeben.“
  1. Menschen sind dafür geschaffen, zu folgen. Selbst wenn man sie ermuntert Regeln zu brechen, tun sie es eher selten. Es ist also eine echte Herausforderung, sein Team dazu zu bringen, auch mal einen Schritt weiter zu gehen als erlaubt. Aber es lohnt sich! Mut muss belohnt werden.
  1. Wenn Mitarbeiter unzufrieden damit sind, wie ein Anliegen im Unternehmen gehandhabt wird, sollte man sie selbst nach einer Lösung suchen lassen und ihnen die Möglichkeit geben, diese auch umzusetzen. Ein Beispiel: Bei Google waren die Ingenieure unzufrieden damit, dass Boni sich prozentual an der Höhe des Gehaltes eines jeden einzelnen orientierten. Wer einmal gut verhandelt hatte, bekam unabhängig von seiner weiteren Leistung immer hohe Boni. Sie schlugen deshalb vor, dass Boni künftig aus dem Mittel der Gehälter aller Mitglieder eines Teams errechnet würden und jedes Teammitglied damit einen Zuschlag in gleicher Höhe erhielt. Und so wurde es dann auch gemacht.
  1. Führungskräfte sollten führen können, bevor sie einen Titel dafür bekommen. Wer meint, nur mit Titel führen zu können, ist fehl am Platz.
  1. Gute Führungskräfte brauchen auch keine Statussymbole und Privilegien. Das heißt, dass Chefparkplätze, Chefsessel und Manschettenknöpfe völlig überflüssig sind. Auch sollte man den Wert einer Position nicht an der Größe des Büros oder des Dienstwagens festmachen.
  1. Hierarchien sind notwendig. Für jede Entscheidung braucht man jemanden, der sie trifft. Aber niemand sollte den Fehler machen, alle Entscheidungen immer selbst treffen zu wollen. Gutes Beispiel aus dem Buch: Laszlo Bock kam (im Jahr 1999) mit einem Report zu seinem damaligen Chef. Der fragte ihn: „Muss ich mir das noch einmal ansehen?“ Laszlo Bock nahm den Report wieder mit und überarbeitete ihn. Er brachte ihn ein zweites Mal zu seinem Chef und der stellte dieselbe Frage: „Muss ich mir das noch einmal ansehen?“ Also nahm Bock den Report wieder mit. Noch zweimal ging es genauso, bis er seinem Chef sagte: „Hier ist der Report. Sie brauchen ihn sich nicht mehr anzusehen. Er ist fertig für den Kunden.“ Und sein Chef übergab den Report an den Kunden, ohne auch nur ein einziges Mal drauf zu blicken.
  1. Was lernen wir daraus? Wann immer eine Führungskraft ein bisschen Kontrolle abgibt, bekommt jemand anderes im Unternehmen eine wunderbare Chance, sein Können unter Beweis zu stellen.
  1. Manager machen den Unterschied! Google hat ausprobiert was passiert, wenn richtig gute Leute zu einem eher schwachen Manager wechseln und eher schlechte Leute zu einem guten Manager. Und, was ist passiert? Die guten Leute hatten einen deutlichen Leistungsabfall, die schlechten steigerten sich erheblich.
  1. Muss es wirklich immer Training sein? Google glaubt an Checklisten. Wenn man schwarz auf weiß lesen kann, was von einem erwartet wird, kann man sich jeden Tag aufs Neue selbst daran erinnern. Und sich danach richten. Ohne gleich ein anderer Mensch werden zu müssen.

Natürlich ist diese Liste bei Weitem nicht vollständig und so wie ich die Dinge hier wiedergegeben habe, entsprechen sie ausschließlich meiner eigenen Auffassung. Aber vieles, was ich gelesen habe, hat mich einfach dazu angeregt, mir selbst Gedanken zu machen. Darüber, wie sich Führung und Unternehmen künftig ändern können, wenn wir uns diese Anregungen zu Eigen machen und dort, wo es möglich ist, auch nach ihnen handeln. Ich selbst werde einige neu gewonnene Erkenntnisse mit in meine Vorträge, Seminare und Schulungen einbringen. Und bin gespannt, wie meine Gegenüber darauf reagieren.

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