Wie ich in einer Woche mehr Arbeit erledigt habe als in einem Monat

Hast Du auch ein paar Dinge, die Du schon seit Wochen oder gar Monaten vor Dir herschiebst, sie aber einfach nicht erledigt bekommst? Weil Du immer wieder abgelenkt wirst, weil es plötzlich etwas Wichtigeres gibt oder weil Du einfach nie dazu kommst, einen Gedanken zu Ende zu denken?Genau so geht’s mir auch immer wieder! Und um dem entgegenzuwirken, habe ich mir mal eine Woche Auszeit gegönnt. Auszeit allerdings nicht im Sinne von Urlaub, sondern Auszeit vom Tagesgeschäft mit dem festen Ziel vor Augen, ein bestimmtes Projekt auf die Schiene zu kriegen.

Wie diese Auszeit aussehen kann, darf natürlich jeder für sich selbst entscheiden. Für Menschen, die täglich ins Büro gehen, kann es eine Woche Home-Office bedeuten. Für alle, die beruflich viel reisen, kann es eine Woche ohne Auswärtstermine sein. Im letzten Jahr, als ich mein Buch geschrieben habe, hatte ich mir immer eine Woche pro Monat reserviert, in der ich keine Termine vereinbart habe, so dass ich konzentriert schreiben konnte.

In diesem Jahr bin ich eine Woche nach Washington geflogen, um fernab meiner üblichen Arbeitsumgebung mein nächstes Projekt anzustoßen. Und ich muss sagen – es war die produktivste Woche des Jahres!

Ich bin zurückgekommen mit frische Ideen, neue Perspektiven und Antworten auf Fragen, die ich mir schon lange gestellt, aber bisher nie beantwortet habe. Dabei ist das Ergebnis ein völlig anderes, als ich es erwartet hatte: Ich habe ein lange geplantes Vorhaben völlig verworfen und dafür endlich einen Zusammenhang erkannt, der mir bisher völlig unklar war. Der meine Arbeit in den nächsten Wochen und Monaten, vielleicht sogar Jahren, maßgeblich bestimmen wird und der endlich die Lücke in meiner Argumentationskette schließt, über die ich immer wieder gestolpert bin.

Im Rückblick kann ich also über die vergangene Woche sagen, dass sie meine Erwartungen weit übertroffen hat und dass ich sehr froh bin, mir diese Auszeit gegönnt zu haben. Und dass ich sehr dankbar dafür bin, dass ich als Selbständige die Dinge tun kann, die ich für zielführend und notwendig halte, ohne jemanden dafür um Erlaubnis bitten zu müssen. Doch gleichzeitig ist mir klar geworden: Die Freiheit, das zu tun, was wir für die Erledigung unserer Arbeit für richtig und wichtig halten, sollten eigentlich alle haben! Warum sollte es einem Angestellten, der an einem Projekt arbeitet, nicht auch erlaubt sein, das nach seinen Vorstellungen zu tun? Wenn es dem Ergebnis und damit seinem Team und dem Unternehmen nützt, sollte es doch im Interesse aller sein, ihm diese Freiheit zuzugestehen, oder?

Doch die Realität sieht eben fast immer anders aus. Auch als ich noch angestellt war, habe ich mir schon solche Auszeiten genehmigt. Damals musste ich dafür natürlich Urlaub nehmen. Aber warum? Das, was ich während meiner Abwesenheit erarbeitet habe, habe ich anschließend meinem Arbeitgeber zur Verfügung gestellt. Das hat für mich schon damals keinen Sinn gemacht und heute tut es das noch viel weniger.

Deshalb soll dieser Beitrag auch einfach mal wieder ein steter Tropfen sein, der den Stein höhlt, der besagt: „Arbeit muss an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit verrichtet werden.“ Für viele Berufe ist das sicherlich zutreffend, für ebenso viele aber auch nicht.

In diesem Sinne: Machen wir uns doch unsere Arbeitswelt (zumindest ein bisschen mehr) wie sie uns gefällt!

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s