Sind Sie heute im Büro?

Mein Arbeitstag hat heute Morgen um 6 Uhr mit einer Besprechung begonnen. Anschließend habe ich kurz gefrühstückt, ein Konzept, das ich zuvor am Telefon besprochen hatte überarbeitet und um 8.30 Uhr war ich wieder in einem Meeting. Anschließend habe ich noch einige Emails verschickt und in der Mittagspause bin ich zu meinem Sohn auf den Spielplatz gegangen. Jetzt sitze ich wieder vorm Computer, diesmal allerdings auf dem Balkon. Für mich ein ganz normaler Arbeitstag. Naja, fast. Normalerweise steht mein Schreibtisch ja in meinem Home-Office in Schwabach. Zur Zeit allerdings steht er in Washington. Denn ich bin in der glücklichen Lage, von überall aus arbeiten zu können, solange ich eine stabile Internetverbindung und meinen Laptop dabei habe.

 

Darf ich fragen, von wo aus SIE heute arbeiten? Sitzen Sie gerade auf dem Sofa, im Café oder womöglich sogar auf einer Parkbank? Falls ja, gehören Sie einer glücklichen Minderheit an.

Denn Deutschland kann diesbezüglich mit Fug und Recht als Entwicklungsland bezeichnet werden. Gerade einmal acht Prozent aller Arbeitnehmer nutzen bei uns die Möglichkeit zur Telearbeit – und die Tendenz ist sogar rückläufig. Andere europäische Länder sind uns da weit voraus. In Island arbeiten über 30 Prozent der Angestellten regelmäßig von daheim aus und auch in Dänemark, Schweden, Großbritannien und Luxemburg sind es jeweils über 20 Prozent. Nur in Italien und Osteuropa erfreut sich die Telearbeit noch geringerer Beliebtheit als in Deutschland.

Auch ich erlebe in meiner täglichen Arbeit immer wieder, wie weit die Meinungen beim Thema Home-Office auseinandergehen. Da gibt es auf der einen Seite große Fans, die mit Sätzen wie „Mir ist egal wo und wann die Arbeit erledigt wird, Hauptsache der Laden läuft“ lieber heute als morgen alle bisherigen Muster der Arbeitsgestaltung über Bord werfen würden. Ihnen gegenüber steht die (wesentlich größere) Gruppe der Zweifler und Skeptiker, die Kontrollverlust, Vereinsamung und ein völliges Verschwinden der Grenzen von Beruf und Privatleben heraufbeschwören. Wer von den beiden hat denn nun Recht? Gibt es überhaupt allgemeingültige Regeln? Was kann funktionieren und bei wem?

Tatsächlich gibt es eine allgemeingültige Antwort: Wir müssen aufhören darüber zu reden, an welchem Ort eine Person arbeitet und anfangen darüber zu sprechen, welche Aufgaben sie zu erledigen hat. Im Mittelpunkt muss zunächst immer die Arbeit stehen!

Wer es ernst meint und seinen Beschäftigten mobiles Arbeiten ermöglichen will, muss zu der Überzeugung gelangen, dass der Arbeitsort keine Rolle spielt. Solange die Arbeit erledigt wird ist es egal, wo das geschieht. Erst im zweiten Schritte gilt es dann darüber nachzudenken, ob der organisatorische Kontext und die persönliche Eignung eines Mitarbeiters für mobiles Arbeiten geeignet sind.

In meinem kostenlosen E-Book zur Telearbeit finden Sie Checklisten zu den relevanten Fragestellungen sowie konkrete Hinweise und Tipps, wie Sie mobiles Arbeit in Ihrem Unternehmen und für sich persönlich erfolgreich umsetzen.

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