Wo waren die Anderen?

Gestern Abend war ich auf der XING New Work Session in Nürnberg. Es war eine schöne Veranstaltung, in einer tollen Location, mit interessanten Beiträgen.Und nicht ganz unwichtig – es war eine gute Gelegenheit zum Netzwerken im Kreise Gleichgesinnter.

Aber genau hier liegt aus meiner Sicht auch ein Problem: Wieder einmal haben wir sogenannten Experten uns getroffen, ausgetauscht und über die Dinge unterhalten, die wir wichtig und richtig finden. Was aber wie fast immer auf diesen Events gefehlt hat, waren die anderen. Die Menschen, die in ihrer täglichen Arbeit zwar den Wandel spüren, sich aber nicht damit auseinandersetzen wollen. Und damit wertvolle Chancen vertun, die Veränderungen um sie herum in ihrem Sinne mitzugestalten.

Ich weiß, diesen Satz haben Sie so oder so ähnlich schon mal von mir gehört. Verändert hat er bisher noch nichts. Trotzdem dürfen wir nicht aufhören, uns Gedanken darüber zu machen, was wir tun können, um mehr Menschen für New Work zu begeistern. Oder zumindest neugierig zu machen. Sie ermuntern, Fragen zu stellen und Dinge auszuprobieren.

Genau das war übrigens auch der Impuls, den ich gestern mitgenommen habe. Wir müssen weiterhin nach Möglichkeiten suchen, New Work in die Unternehmen hinein zu transportieren. Mit Events und Sessions. Mit Vorträgen. Mit Pilotprojekten. Mit Experimentierlabors. Das wichtigste dabei ist: Arbeitgeber dürfen ihren Mitarbeitern nicht alles vorgeben, sie müssen sie auch mal selbst machen und ausprobieren lassen. Und werden am Ende überrascht sein, was dabei Tolles herauskommt. Ein Vorschlag von Thomas Sattelberger hat mit dazu besonders gut gefallen:

„Das Reinfräsen von innovativen Kulturinseln in alte Arbeitskulturen.“

Also packen wir unsere Werkzeuge aus und legen los. Hat jemand schon eine konkrete Idee, wie das aussehen könnte? Ich freue mich wie immer über Ideen und Vorschläge.

3 Gedanken zu “Wo waren die Anderen?

  1. Markus Väth schreibt:

    Hallo Frau Kürschner,

    ich war gestern ebenfalls bei der Session und habe mir auch so meine Gedanken gemacht. Allerdings geht bei mir der Impuls nicht in Richtung „Wie kriegen wir das zu den Betroffenen?“, sondern eher „Wieso beschränkt sich New Work auf ‚Business‘?“. Das ist meiner Meinung nach nur ein Teil des New Work – Kerns. F. Bergmann als „spritus rector“ der Bewegung hatte ja bereits ein starkes Interesse an der Verknüpfung von Arbeit und Freiheit und an einer sehr grundsätzlichen Sicht von Arbeit im menschlichen Leben.

    Unter dem Eindruck des gestrigen Vortrags habe ich eine Kolumne verfasst, die am Freitag auf meinem „Denksprung“-Blog erscheint, unter dem Titel: „Hausfrauen sind die echten New Worker“: http://www.markusvaeth.com/kolumne .

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  2. Tobias Leisgang schreibt:

    Um mal im Bild von Th Sattelberger zu bleiben. In den größeren Unternehmen sind die NewWorker meist noch auf den unteren Ebenen zu finden. Das ist dann eher der Bohrer oder die Feile. Das macht beim Betonblock maximal ein bisschen Staub 😉 Da braucht es mehr Vorstände und Middle-Managers, die da fräsen oder jemandem die Fräse in die Hand drücken. Die Veränderung ist für diese Gruppe aber ziemlich radikal und mit Verlust von Macht/Privilegien verbunden.

    Vielleicht müssen wir auch das Löwenzahnprinzip anwenden und warten bis es nach oben durchbricht. Ansetzen müssen deshalb wir vor allem auch in der Schule und den Hochschulen. Ich habe nicht den Eindruck, dass da heute auf breiter Basis NewWork Mindset und Werkzeuge vermittelt werden!?

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